Sportkreis Heidenheim e. V.
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Vereine TSG Giengen Leichtathletik - vom 22.10.2020, 15:34
Matthias Willer

Trailrun Chiemgau

Bereits am frühen Morgen begaben sich 3 Athleten der TSG Giengen ins Bayrische Chiemgau, um dort einen außergewöhnlichen Trailrun zu absolvieren. Bei nass kaltem Wetter war Sascha Baß der erste Läufer der über 21km mit über 2500 hm an den Start ging. Die ersten 7km gingen steil bergauf, je länger der Aufstieg dauerte desto schwieriger wurden die Verhältnisse bis zu schnee-matschigen Pfaden. Danach kam ein ständiger Wechsel von steilen bergauf und bergab Passagen, diese waren teils überzogen mit kleinen Bächen und bedeckt mit Matsch bis zu den Knöcheln. Sascha Baß meisterte den Halbmarathon als 8. der Hauptklasse in 2 Stunden 16 min.

Danach folgten Ciara Elsholtz und Reto Haas über die 8km Distanz. Nachdem es 3 km bergauf ging, musste eine technisch schwierige bergab Passage von den Beiden bewältigt werden. Nach einem hart umkämpften Zielsprint musste sich Reto Haas leider dem 3. gesamtplatzierten geschlagen geben, lief aber dennoch eine beeindruckende Zeit von 35:48 min. Ciara Elsholtz belegte in einem stark umkämpften Frauenfeld Rang 3. in der Hauptklasse in einer Zeit von 39:36 min.

Alle 3 Athleten gingen ihre Leistungen sichtlich in die Beine, können aber dennoch zufrieden auf einen hart anstrengenden Tag zurückblicken.

Vereine JHV SV Bolheim - vom 18.10.2020, 13:40

SV BOLHEIM - KARIN MECHERLEIN NEUER VORSTAND – CHRISTINE NUSSER UND UWE KESSLER JETZT EHRENMITGLIEDER

 Bolheim. (UK) Bei der Jahreshauptversammlung des Sportverein Bolheim am 17. Oktober, welche diesmal Corona bedingt in der Turn- und Festhalle stattfand, wurde Karin Mecherlein als neuer Vorstand einstimmig von den auch nur begrenzt möglichen Mitgliedern, zum neuen Vorstand gewählt. Uwe Keßler legte sein Amt als Vorstand nach 20 Jahren und Christine Nusser nach 16 Jahren nieder. Beide wurden zu neuen Ehrenvorständen und somit Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt.

 Uwe Keßler begrüßte die wegen Corona-Verordnungen begrenzte Anzahl an Mitgliedern, Ehrenmitgliedern und Ehrenvorständen in der Turn- und Festhalle. Sein besonderer Gruß galt den Ehrengästen: die Mitglieder des Bundestages Margit Stumpp und Roderich Kiesewetter, das Mitglied des Landtages Andreas Stoch, den Bürgermeister der Stadt Herbrechtingen Daniel Vogt, vom Sportkreis Heidenheim Carmen Elsäßer und den Vorstand der TSV Herbrechtingen Ottmar Wagner, sowie die Gemeinderäte Thilo Eckermann und Martin Müller, zu denen auch noch Christine Nusser gehört.

 Nach der Totenehrung wurde die Agenda durch die Versammlung verabschiedet. Zum Protokoll der letzten Jahreshauptversammlung, welches zur Einsicht aushing, gab es keine Einwände.

In seinem Bericht ging Vorstand Uwe Keßler (Bild rechts) auf die dieses Jahr außergewöhnliche, Corona bedingte, Zeit ein. Er dankte allen, die sich für Hilfsaktionen zur Verfügung gestellt oder diese gar ins Leben gerufen haben. Hier konnte der Verein mit seinen Abteilungen einmal mehr im Positiven auf sich aufmerksam machen. Sportliche Aktivitäten fielen weitgehend Corona zum Opfer. Ein Highlight war sicher die Titelverteidigung des Deutschen Meisters von Stephan Blickle im Jahr 2019. Auch Veranstaltungen der Abteilungen, welche in 2019 noch stattfanden, mussten 2020 abgesagt werden. Ebenso das mit anderen Vereinen im Sommer geplante gemeinsame Dorffest. „Das gesellschaftliche Engagement des Vereins wurde durch Corona ausgebremst, aber es wird sicher wieder Gas gegeben, wenn es die Bedingungen zulassen“, so Keßler. Erfreulich ist die Tatsache, dass wir seit Januar wieder die Vereinsgaststätte verpachtet haben und dieses sich als wahrer Glücksgriff erwiesen hat. Einen personellen Wechsel gab es auch in der Geschäftsstelle, welche nun von Melanie Waller geführt wird. Sehr zur Freude konnte Keßler mitteilen, dass kurz vor der bereits für März geplanten Jahreshauptversammlung, mit Karin Mecherlein eine Kandidatin für einen Vorstandposten gefunden wurde. Zum Schluss seines Berichtes ging Keßler auch im Namen von Christine Nusser nochmals auf die vergangenen 20 bzw. 16 Jahre als Vorstand ein. Dabei nannte er diverse Ereignisse, Veranstaltungen, Veränderungen und Neuerungen, welche in diese Zeitspanne fielen. Gemeinsam bedankten sie sich für eine unvergessliche Zeit, bei den Mitgliedern, den vielen Wegbegleitern, dem Hauptausschuss und schlossen mit den Worten: „Es war uns eine Ehre Ihr Vorstand zu sein“! Dann wurde es emotional, die Mitglieder erhoben sich und dankten Christine Nusser und Uwe Keßler mit anhaltendem Applaus und Standing Ovation.

Es folgte der Kassenbericht vom Vorstand Finanzen Richard Koch, hierbei konnte festgestellt werden, dass es im Jahr 2019 deutlich weniger Einnahmen aber auch weniger Ausgaben zu verzeichnen waren. Insgesamt hat sich der Kassenstand zum 31.12.2019 deutlich verbessert, was aber noch nicht zu Jubel Anlass geben sollte. Gerade bei den Ausgaben musste für das Vereinsheim wieder eine hohe fünfstellige Summe aufgebracht werden, während sich die Einnahmen aus dem Vereinsheim hier keinesfalls gleichstellen. Die Haupteinnahmequelle sind nach wie vor die Mitgliedsbeiträge. Die Kassenprüfer bescheinigten Richard Koch im Anschluss eine einwandfreie Kassenführung. Alle Belege und Kontobewegungen konnten lückenlos dargestellt werden.

Im Karteiführungsbericht, welcher stellvertretend für Andrea Schmid von Melanie Waller vorgetragen wurde, gab es ein Minus von 39 Mitgliedern im Vergleich zu 2018. Zwei Abteilungen konnten einen Zugewinn für sich verbuchen, während alle anderen Abteilungen an Mitgliedern verloren haben oder gleichgeblieben sind. Die Mitgliederstärkste Abteilung stellt nach wie vor die Turnabteilung.

Die Entlastungen nahm dann Ehrenvorstand Max Brandner vor, welche durch die Versammlung einstimmig erfolgte. Er bedankte sich im Namen des Vereins für die Arbeit, welche gerade Christine Nusser und Uwe Keßler erbracht haben und hob dabei insbesondere die Außendarstellung des Vereins hervor, welche sich in den letzten 20 Jahren zum Positiven entwickelt hat.  

Es folgten die Grußworte der Ehrengäste, welche alle bedauerten, aber auch Verständnis aufbrachten, dass Christine Nusser und Uwe Keßler nicht mehr für das Vorstandsamt kandidieren werden. Zudem waren sich alle einig, dass die Zusammenarbeit mit der Führung des Vereins immer von Harmonie und gegenseitigem Verständnis geprägt war. Alle dankten den ausscheidenden Vorständen für ihre aufopferungsvolle Arbeit, welche sie für den Verein uns somit auch für die Gesellschaft geleistet haben. Der neuen Vereinsführung wünschten sie alles Gute und stets ein glückliches Händchen bei den anfallenden Entscheidungen.

    Grußworte von: MdB Margit Stumpp (oben rechts neben Text), MdB Roderich Kiesewetter (oben links), MdL Andreas Stoch (oben mitte), Bürgermeister Daniel Vogt (unten links) und Vorstand TSV Herbrechtingen (unten rechts)

Die als nächstes geplanten Ehrungen wurden aufgrund der derzeit gültigen Corona- Verordnungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Es wurden jedoch die Namen der zu Ehrenden für langjährige Mitgliedschaft bekanntgegeben. 25 Jahre Mitglied im Verein sind: Martin Demel, Andreas Elsik, Harald Fay, Raffael Gebhardt, Dietlinde Müller, Martin Müller, Daniel Quinsz, Dietmar Schütze, Maidi Schütze, Marcus Schütze, Marius Stieglbauer und Kai Uhl. 40 Jahre Mitgliedschaft aufzuweisen haben: Bärbel Edlinger, Werner Honold, Susanne Mittelstädt, Richard Koch, Helmut Mödinger und Manfred Jooß. Bereits auf 50 Jahre Mitglied im SV Bolheim zurückblicken können: Jürgen Elsenhans, Alexander Schwab und Hermann Väth.

Anschließend folgten die Wahlen, welche folgendes Ergebnis brachten: Vorstand Karin Mecherlein (2 Jahre - Bild rechts), der zweite freie Vorstandsposten konnte nicht besetzt werden, Schriftführerin Melanie Waller (1 Jahr), Referat Medien und Öffentlichkeitsarbeit Uwe Keßler (2 Jahre), Referat Organisation und Wirtschaft Renate Lutz-Brezina und Silke Koruza-Tscherpel (2 Jahre), Kassenprüfer Franz Glagla und Siegmund Röger (1 Jahr).

Uwe Keßler leitete die Versammlung in Absprache mit dem neuen Vorstand weiter und konnte berichten, dass keine Anträge eingegangen sind. Im Anschluss informierte er über anstehende Termine, welche aufgrund der Entwicklungen rund um Corona alle unter Vorbehalt sind und bat dann die Mitglieder um Aussprache.

Christine Nusser und Uwe Keßler wurden von Richard Koch nach Beschluss des Haupt- und Ehrenausschusses zu neuen Ehrenvorständen und somit auch zu neuen Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt. Claus Schneider überreichte den beiden ausgeschiedenen Vorständen dann im Namen des Ausschusses und des Vereins als Dank für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit jeweils einen Geschenkkorb und einen Gutschein.

Nach eineinhalb Stunden konnte Uwe Keßler die Jahreshauptversammlung für beendet erklären.

Symbolische Übergabe an Karin Mecherlein (Bildmitte) durch Christine Nusser (links) und Uwe Keßler (rechts)

Vereine Berglauf in Geislingen - vom 13.10.2020, 09:52
Matthias Willer

Berglauf in Geislingen

Kälte, rutschiger Untergrund aber von oben her trocken waren die äußeren Gegebenheiten beim 37. Berglauf in Geislingen. Am Start auch einige Läufer aus dem Kreisgebiet, die die gut 8 km lange schwierige Strecke vom Stadion in Geislingen zur Skihütte nach Weiler o.H. in Angriff nahmen.

Für die Läufer der TSG Giengen war so ein Berglauf größtenteils Neuland; am Ende konnten alle mehr als zufrieden sein. Am schnellsten oben war Sascha Baß bei den Männern in der achtschnellsten Zeit von 39:11 min, was den 2. Platz in der Altersklasse bedeutete. Sein Trainingskamerad Reto Haas lief ein gleichmäßiges Rennen und erreichte als Sieger der AK H16 das Ziel nach exakt 42 min. Einmal mehr zeigte Karin Elsholtz (D51) auch in diesem Terrain ihr Klasse und kam in der schnellsten Zeit aller Frauen von vorzüglichen 42:27 min oben an. Kämpferisch zeigte sich auch Tochter Ciara Elsholtz, als sie sich an der letzten Steigung von ihren Konkurrentinnen noch lösen konnte und sich in der drittschnellsten Zeit der Frauen den Sieg in der AK D16 in 44:32 min erlief. Auch Laura Rembold zeigte am Schluss noch ihre Sprintqualitäten und kam in der gut besetzten AK D51 nach 54:32 min als 5. an.

Ultraläuferin Heidemarie Michaelis-Steck vom TV Hürben siegte in der AK D61 nach 1h 05,36 min.

  

Fotos: Sascha Baß (149) und Karin Elsholtz (153) von der TSG Giengen erfolgreich beim Berglauf in Geislingen

Vereine Leichtathletik - vom 02.10.2020, 20:22
TSG Schnaitheim

Baden-Württembergische Meisterschaften Jugend U18

Bei den dieses Jahr erst in der "Late-season" ausgetragenen BaWü-Meisterschaften der Jugend U18 in Walldorf waren aus dem Kreis Heidenheim nur Werfer der TSG Schnaitheim am Start. Diese zeigten sich trotz "Corona-Pause" und keinem Vorbereitungs-wettkampf in starker Verfassung. Philipp Krafft wurde Baden-Württembergischer Meister im Hammerwurf mit einer Weite von 41,05m. Sein Vereinskamerad Max Reiher warf den 5kg-Hammer als 3.-Platzierter  auf eine Weite von 37,27m. Beide sind erst im ersten Jahr dieser Jugendklasse. Dies verspricht für die nächste Saison einiges.

Max startete am Vortag zudem im Hochsprung. Hier zeigte sich einmal mehr, dass insbesondere Hochspringer durch den Lookdown mehr gelitten haben als andere Athleten. Er übersprang 1,70m, musste dann aber bei gerissenen 1,75m seinen Wettkampf beenden.

 

Vereine LG Brenztal - vom 29.09.2020, 05:34
Matthias Willer

Erfolge für LG Brenztal

Gerlingen war für die Läufer der LG Brenztal eine Reise wert. Auch wenn das Wetter nicht ideal war; Wind, Kälte und am Ende aufkommender Nieselregen hielt die Athleten nicht davon ab, beim landesoffenen Läufermeeting nochmals auf sich aufmerksam zu machen und etliche Bestzeiten zu erzielen.

Über 2000 m lief der 12jährige Levin Müller ein beherztes Rennen und wurde mit dem 4. Platz in 7:39,12 min belohnt.

Maleah Kolb wagte nach längerer Wettkampfpause ein Comeback auf der Bahn.  Dieser Versuch kann wirklich als gelungen gewertet werden. Nach 12:07,66 min wurde sie in der AK WU18 gute Vierte über 3000 m. Dieselbe Strecke meisterte ihr Trainingspartnerin Mareike Serwe-Bürger in ihrem 1. Rennen bravourös nach 12:32,59 min, womit sie bei den Frauen Platz 3 belegte.

Ein mutiges, gleichmäßiges Rennen zeigte der U20-Läufer Malte Kolb über 5000 m. Am Ende drückte er seine Bestzeit als Sieger auf beachtliche 16:50,25 min. Ihm nach machte es Ciara Elsholtz. Die 18jährige Läuferin musste die ganzen 12 ½ Runden ihr Tempo bei widrigen Bedingungen von vorne weg laufen. Umso höher einzuschätzen ist die Siegerzeit von 19:51,64 min. Wie ein Uhrwerk spulte ihre Mutter Karin Elsholtz ihre Runden ab und kam bei den Frauen auf einen sehr guten 6. Platz nach 19:54,38 min. Hoch einzuschätzen ist auch die Leistung von Stefanie Lanzinger, die seit einigen Wochen nicht schmerzfrei trainieren kann. Als Siebte biss sie sich durch und lief noch 20:15,24 min. Erfreulich waren auch die Bestleistungen von Daniela Bader (10. Platz) nach 22:26,40 min und von Laura Rembold als Elften in 23:21,20 min.

Einen guten Saisonabschluss hatte auch Lucy-Lou Müller (LSG Aalen), die ab der kommenden Saison das Trikot der LG tragen wird, in ihrem 3000 m Lauf. Als Dritte zeigte die Mittelstrecklerin Stehvermögen und lief als Dritte der AK WU18 starke 10:39,62 min.

 

Fotos:  Karin Elsholtz (878), Stefanie Lanzinger (881) und Ciara Elsholtz (877)  von der LG Brenztal an der Startlinie über 5000 m sowie Maleah Kolb (879) und dahinter Mareike Serwe-Bürger (dahinter) bei ihrem 3000 m Lauf.

Vereine Aikido im hsb - vom 29.09.2020, 05:30
Rüdiger Scholz

Aikido – moderne Kampfkunst im Heidenheimer Sportbund 1846 e. V.!

Aikido gilt in Europa und besonders in Deutschland als defensive moderne japanische Kampfkunst und wird auch als moderne Selbstverteidigungsart bezeichnet. Diese Bezeichnungen werden aber der Bedeutung des Aikido nicht gerecht.

Nach verschiedenen Kampfkunsthistorikern hat das Aikido seinen Ursprung in der Lehre der Minamoto-Samurai aus der Kamakura-Periode (1185-1333), deren Grundtechniken vom mehreren Mitgliedern der Minamoto-Familie gegründet wurden. Später hatten Mitglieder Kai Takeda und der Aizu Takeda(beide Takeda-Zweige sind Abkömmlinge der Minamoto) die Kampfmethoden Perfektioniert. Die vollständige Bezeichnung der Kampfkunst war Daito ryu Aikijutsu. Diese Kampfkunst bestand aus Nage waza (Wurftechniken), Osae waza (Haltetechniken), Battojutsu  (Schwertziehen und Schneiden), Yarijutsu (Speertechniken), Torae waza (Fesselungstechniken) und Mehreren weiteren Waffen (hauptsächlich Bo-Langstab-180 cm, später Jo-Kurzstab-127cm, Tanto- Messer und Katana-Schwert). Dieses „Aikido“ wird durch Atemi waza (Schlagtechniken), bei denen meist die Te gatane (Schwerthand) verwendet wird, vervollständigt.

Das vollständige Training des modernen Aikido umfasst auch die Übung mit dem Katana (Schwert – heute Bokken-Holzschwert), Jo (Kurzstab-127 cm), Tanbo (Stock-60 cm) und Bo (Langstab-180 cm). Der isolierte Aspekt des Taijutsu (Körpertechnik) in dieser Kampfkunst, der heute im „Aikido“  vorherrscht, wurde erst von Ueshiba Morihei und noch intensiver von seinen Erben hervorgehoben.

Ueshiba Morihei (geb. 14.12.1883) gilt als Begründer des heutigen Aikido. Als Junge war er sehr schwächlich. Deshalb hat er schon sehr früh begonnen Sumo, Jujutsu (eine Selbstverteidigungsform), Kenjutsu (Schwerttechniken) und Sojutsu (Speertechniken mit dem Yari) zu trainieren. In den letzten drei genannten Disziplinen hatte er z. B. bereits 1908 die „Meisterschaft“ erlangt. Durch das  Zusammentreffen mit Takeda Sogaku kam Ueshiba mit Daito ryu in Berührung. Allerdings vermisste er in den damaligen japanischen Kampfkünsten die Entwicklung von Energie durch Sanftheit und Harmonie (Aiki – sinngemäß die Suche nach dem Ki; wobei Ki für Energie und Ai für Liebe, Harmonie und Anpassung steht. Ein Grundkonzept in den asiatischen Budo Künsten). Erst durch das Zusammentreffen mit dem Sektenführer Deguchi Onisaburo und dessen  philosophischen Vorstellungen (Einheit zwischen Geist und Körper, Lebensenergie und kosmische Vitalität u. a.) veranlasste Ueshiba Morihei nach Ayabe umzusiedeln und bei ihm zu studieren.

Dadurch veränderten sich seine Gedanken über Kampfkunst grundlegend. Er veränderte die  Prinzipien des Daito ryu und nannte seine Kunst Aikibujutsu (Kampfkunst der Harmonie).

Darin lehrte er eine besondere Art der Verteidigung, die auf dem Prinzip des Aiki beruht. Diese Methode verbindet den Geist der Entscheidung, das Wissen um die Anatomie und die  Schnelligkeit der Reflexe in der Ausführung von Verteidigungsbewegungen gegen einen oder mehrere Gegner. Im Gegensatz zum Jujutsu lehnt das Aikido den direkten Griffkontakt am Gegner und den kraftvollen Körpereinsatz ab und lehret wirkungsvolle Verteidigungstechniken durch Würfe (Nage waza) und Hebel (Katame waza), indem die Kraft des Gegners geschickt aufgelöst oder gegen ihn selber verwendet wird. Dies wird durch Ausweichbewegungen (Tai sabaki) und Gegengriffen, mit denen die Kraft des Gegners gegen ihn selbst gerichtet werden kann, ermöglicht.

Ueshiba legte in seiner Kunst eine besondere Betonung auf die Verwirklichung einer harmonischen Verbindung zwischen der Lebendkraft (Ki) und dem Körper (Tai) mit der Natur, aber gleichermaßen auch die Harmonie zwischen Geist (Shin) und Moral (Ri), die durch den Weg (Do) symbolisiert  werden.

Erst 1942 benannte Ueshiba Morihei sein System endgültig in Aikido um!

Aikido bedeutet so viel wie „Weg der Harmonisierung der geistig-universellen und körperlichen  Kräfte“. In einigen Büchern findet man auch die Definition „Weg der göttlichen Harmonie“.

Alle Bewegungen im Aikido sind dazu gedacht, bei den Übenden die körperlichen und seelischen Blockaden aufzulösen (entsprechend den chinesischen Lehren des Qigong) und ihm zu einer richtigen Atmung in Übereinstimmung mit seinen Bewegungen zu verhelfen, damit er lernen kann, sich in dauernder Harmonie mit seiner Umgebung zu befinden. Dann kann er, ohne wirklich Kraft aufzuwenden, auch die Angriffe eines Gegners voraussehen, sie abwehren oder parieren und ihn nach dem Prinzip des Aikido mit großer Schnelligkeit werfen oder immobilisieren, immer in einem Kreis, dessen Zentrum sein eigener Hara (eigener Schwerpunkt) ist.

In Deutschland ist Aikido erstmal 1965 bekannt geworden. Und ebenfalls seit diesem Jahr wird Aikido auch in Heidenheim als Kampfkunst angeboten. Damals noch unter dem Schwerpunkt „moderne Selbstverteidigung“! Selbstverteidigung im wörtlichen Sinne ist heute allerdings eher nebensächlich.

Nach der Lehre von Ueshiba Morihei ist der eigentliche Gegner in uns selbst zu suchen. Unsere eigenen „Unzulänglichkeiten, Eitelkeiten, Hochnäsigkeiten etc.“ sind die eigentlichen Gegner, welche es zu bekämpfen gilt. Durch regelmäßiges und eifriges Üben gilt es, uns stets weiter zu verbessern. Dadurch werden Konzentration, Aufmerksamkeit auf sich selbst und seine Umgebung, Ausgeglichenheit, Fitness und dadurch allgemeines Wohlbefinden gesteigert und verfestigt.

Die Aikidosektion der Budo-Abteilung im Heidenheimer Sportbund 1846 e. V. hat wieder mit neuen Anfängerkursen für Kinder (ab 8 Jahre), Jugendliche und Erwachsene begonnen. Durch die Corona-Pandemie sind wir natürlich an die Verordnungen der Landesregierung und die Hygienevorschriften gebunden. Auch müssen wir die Datendokumentation durchführen.

Wer also Interesse am Aikido gefunden haben sollte, kann jederzeit ins Training einsteigen!

T-Shirt, lange Hose und Schlappen, um nicht Barfuß durch die Gänge zu laufen.

Auf den Matten trainieren wir Barfuß.

Training:

Erwachsene: Montags und ggf. freitags von 19 – 21 Uhr!

Kinder und Jugendliche: Mittwochs von 18 – 19.30 Uhr!

Ggf. auch freitags 17.30 – 19.00 Uhr!

Ort:

Dojo = Budo 1, Voith-Sport-Zentrum, Wilhelmstr. 200, 89518 Heidenheim

 

Der Autor dieses Artikels:

Rüdiger Scholz ist Trainer der Aikidosektion der Budo-Abteilung im Heidenheimer Sportbund 1846 e. V.

Als ehemaliger Judoka betreibt er Aikido bereits seit rund 55 Jahren.

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